Was Cabaret-Bestuhlung ist
Cabaret ist ein runder Tisch, dessen Stühle nur auf einem Bogen stehen. Der zur Bühne gerichtete Teil des Kreises bleibt frei, damit niemand mit dem Rücken zum Programm sitzt und niemand seinen Stuhl drehen muss, wenn die Reden beginnen. Die Form heißt auch halber Tisch oder Mondsichel und ist der Standard für Galas, Preisverleihungen und Kongressdinner — überall dort, wo im selben Raum gegessen und zur Bühne geschaut wird.
Der Unterschied zum Bankett ist eine einzige Entscheidung: beim Bankett stehen die Stühle rund um den ganzen Kreis, beim Cabaret nur auf einem Teil davon. Der Unterschied zur Reihenbestuhlung ist der Tisch: in Reihen sehen alle die Bühne, aber es gibt keinen Platz für einen Teller. Cabaret liegt dazwischen, und bezahlt wird das in Fläche.
Wie viele Plätze am Tisch bleiben
Sobald der Bogen geöffnet ist, bleiben etwa zwei Drittel des vollen Kreises übrig. In der Praxis heißt das: ein Tisch für acht ist in Cabaret-Bestuhlung ein Tisch für fünf oder sechs.
| Durchmesser | Ganzer Kreis | Cabaret | Offener Bogen |
|---|---|---|---|
| 120 cm (48″) | 6 | 4 | 120° |
| 150 cm (60″) | 8 | 5–6 | 120–140° |
| 170 cm (66″) | 9 | 6 | 120° |
| 180 cm (72″) | 10 | 6–7 | 120° |
Die Zahl folgt derselben Rechnung wie beim vollen Tisch: die verfügbare Kante geteilt durch die rund 60 Zentimeter (24″), die ein Gast braucht. In Cabaret-Bestuhlung zählt nur die Kante außerhalb des offenen Bogens, deshalb kostet eine Öffnung von 120 Grad ein Drittel der Plätze und eine von 140 Grad etwas mehr. Alle Durchmesser und die ganze Formel stehen im Ratgeber dazu, wie viele Gäste an einen runden Tisch passen.
Die Breite der Öffnung ist ein Kompromiss. Eine schmale Öffnung spart Plätze, lässt die äußeren Gäste aber schräg zur Bühne sitzen; eine breite gibt allen den direkten Blick und kostet einen Platz mehr. 120 Grad sind ein guter Ausgangspunkt, und die Einstellung lohnt sich danach, wie nah der Tisch an der Bühne steht.
Flächenbedarf: 30–40 % mehr als beim Bankett
Cabaret braucht nicht mehr Platz pro Tisch — der Tisch ist derselbe. Es braucht mehr Platz pro Gast, weil derselbe Tisch samt Gang darum herum zwei oder drei Personen weniger bedient. Für dieselbe Personenzahl sind also rund 30–40 Prozent mehr Fläche nötig als beim Bankett.
| Bestuhlung | Fläche pro Person | Was darin enthalten ist |
|---|---|---|
| Reihen (ohne Tische) | 0,7–0,9 m² (7,5–10 sq ft) | Stuhl und Reihenabstand |
| Bankett (volle runde Tische) | 1,1–1,3 m² (12–14 sq ft) | Tisch, Stuhl, Gang |
| Cabaret (offener Bogen) | 1,2–1,5 m² (13–16 sq ft) | Tisch, Stuhl, Gang |
Die Zahlen gelten nur für die Sitzfläche. Bühne, Tanzfläche, Buffet, Bar, Garderobe und Technik kommen obendrauf, und dafür sind weitere 20–30 Prozent einzuplanen. Ein Cabaret-Dinner für hundert Personen bedeutet also etwa 150 Quadratmeter Tische und Stühle plus 30–45 Quadratmeter alles Übrige.
Daraus folgt die Entscheidung, die vor der Gästeliste ansteht: steht der Saal schon fest, senkt Cabaret die Personenzahl. Ein Saal, der in Reihenbestuhlung zweihundert fasst, setzt in Cabaret hundert bis hundertzwanzig. Müssen alle hinein, heißt die Antwort Bankett — oder ein größerer Saal.
Wann Cabaret die richtige Wahl ist
Die Entscheidung folgt der Hauptsache des Abends. Liegt der Kern auf der Bühne, dann Cabaret; liegt er am Tisch und beim Essen, dann Bankett.
- Das Programm dauert länger als eine Viertelstunde. Für eine kurze Begrüßung dreht man sich um, aber durch eine Stunde Preisverleihung sitzt niemand schräg.
- Auf der Bühne wird etwas gezeigt. Eine Darbietung, ein Film oder eine Liveband heißt: die Hälfte eines Banketttischs säße in die falsche Richtung.
- Der Service ist leicht. Cabaret passt zu Häppchen, Dessert und Kaffee besser als zum vollen Gedeck — die freie Tischseite ist auch die Seite, von der der Service herankommt.
- Der Saal hat Fläche übrig. Lässt sich kein Drittel mehr Fläche abgeben, scheitert die Form schon hier, so gut sie sonst auch wäre.
Die übrigen Bestuhlungsarten und ihre Zahlen stehen im Ratgeber zum Sitzplan für Veranstaltungen, der auch Reihen- und Schulbestuhlung vergleicht.
Versetzte Reihen und Sicht zur Bühne
Ein offener Bogen allein genügt nicht: stehen die Tische in geraden Reihen, blickt ein Gast hinten auf den Hinterkopf am Tisch davor. Deshalb wird ein Cabaret-Saal versetzt.
Die Reihen werden um einen halben Tischabstand seitlich verschoben, sodass ein hinterer Tisch zwischen die vorderen fällt und der Blick durch die Lücke läuft. Die Zahl der Tische pro Reihe nimmt von der Bühne nach hinten ab — ein typischer Saal läuft 5–4–3 —, weil der Bogen weiter hinten in einen schmaleren Winkel zeigt. Zwischen den Tischreihen bleiben dieselben rund 150 Zentimeter wie beim Bankett, damit ein zurückgeschobener Stuhl und ein vorbeigehender Kellner in dieselbe Lücke passen.
Zwei Dinge noch: dreh die äußeren Tische fächerförmig zur Bühne, damit ihr Bogen zur Bühne zeigt und nicht zur Seitenwand. Und beträgt der Abstand vom hintersten Tisch zur Bühne mehr als etwa fünfzehn Meter, gehört das Programm auf eine Leinwand — die Bestuhlung ersetzt keine Sicht.
So entsteht ein Cabaret-Saal im Saalplan
In Pulpetti ist Cabaret eine Einstellung am Tisch, keine Handarbeit. Wähle einen runden Tisch und öffne seine Einstellungen: unter Bestuhlung stehen Ganzer Kreis und Cabaret (offener Bogen). Die zweite Option blendet den Regler Offener Bogen ein, der die Breite der Öffnung in Grad einstellt.
Die Platzzahl bleibt in ihrem eigenen Feld, der Tisch bleibt also derselbe Tisch: aus acht Plätzen sechs zu machen verteilt die Stühle neu auf dem Bogen, ohne leere oder durchgestrichene Plätze im Plan. Der Platzzähler in der oberen Leiste sagt laufend, wie viele Gäste der Saal gerade fasst.
Den ganzen Saal gibt es auf einmal über die Option Cabaret im Menü Vorlagen: Bühne vorn, runde Tische in versetzten Reihen und alle Tische zur Bühne gedreht. Danach lassen sich Tische frei verschieben, löschen und ergänzen — die Vorlage ist ein Ausgangspunkt, kein Ergebnis.
Steht der Plan, kommen die Namen genauso darauf wie bei jeder anderen Bestuhlung: der Sitzplan für Veranstaltungen verteilt die Gäste auf die Tische, Regeln halten Gruppen zusammen, und der fertige Plan wird mit Tischkarten und Tischnummern gedruckt.
Drei Fehler, die sich wiederholen
- Die Platzzahl bleibt auf dem Bankettwert. Stehen am Tisch acht Plätze, fasst der Bogen aber sechs, passt die Gästeliste nicht in den Saal — und der Fehler fällt erst beim Verteilen der Tischkarten auf. Ändere die Zahl zusammen mit der Bestuhlung.
- Der Saal wird als Bankett gerechnet. Derselbe Saal fasst in Cabaret-Bestuhlung ein Drittel weniger Gäste. Zähl die Plätze im Plan und nicht in der angegebenen Kapazität des Hauses, die fast immer als Bankett oder Reihen genannt ist.
- Die Tische bleiben in geraden Reihen. Ohne Versatz erzeugt die Form genau das Problem, das sie beseitigen sollte: ein Teil der Gäste schaut einem anderen Gast in den Rücken. Der Versatz ist ein halber Tischabstand, nicht mehr.

